Bereits nominiert

 

Hier können Sie alle Nominierungsvorschläge (und Begründungen) für die planloseste Entscheidung in der österreichischen Baukultur 2013 nachlesen.

 

Das Normungsinstitut als Geheimgesetzgeber

von Norm-Unterworfener

Bestimmten Normen kommt die Kraft von Verordnungen oder Gesetzen zu. Anders als alle anderen Verordnungen oder Gesetze werden sie aber nicht veröffentlicht. Das ist eines Rechtsstaates unwürdig.

Gesetze und Verordnungen sind öffentlich und kostenlos zugänglich. Das ist selbstverständlich, in der Verfassung so vorgesehen und wird auch "gelebt". Mit einer Ausnahme: Normen des Österreichischen Normungsinstituts, die durch Gesetz und Verordnung für verbindlich erklärt wurden (z.B. durch Bautechnikverordnungen), werden nicht veröffentlicht, obwohl sie genauso verpflichtend sind wie Verordnungen oder Gesetze. Seit Jahrzehnten ist bekannt und allgemein anerkannt, dass dieses Nicht-Veröffentlichen die Verfassung verletzt. Sogar das Bundeskanzleramt sieht das so. Seit vielen Jahren ist sogar schriftlich vereinbart (!), dass für verbindlich erklärte Normen allgemein und kostenlos zugänglich gemacht werden. Eingehalten wird das aber nicht, weil sich Normungsinstitut, Ministerien und Bundesländer nicht über Zahlungen einigen. Zahlen dürfen wir, die Norm-Unterworfenen. Damit wir sehen können, was ohnehin schon für uns gilt. Wenn Österreich ein Rechtsstaat ist, gilt es das abzustellen.

Nominiert: Österreichisches Normungsinstitut

mit BIM voll gegen die Wand

von brave new world

Das österreichische Normungsinstitut setzt Standards. Die sind derzeit ob ihrer Widersprüchlichkeit, Flüchtigkeit, Menge und Sinnhaftigkeit Fokus lebhafter Diskussionen in der Bauwirtschaft. Planlos?

Eine Norm über BIM (building information modeling) soll demnächst folgen. An ihr arbeitet ein Komitee von ExpertInnen (A6240-5:2012 05 01), die diese Art, in 3D zu programmieren, kennen und lieben. Unter ihnen auch VertreterInnen von Softwarefirmen, die BIM verkaufen. Sobald BIM die Norm ist, werden AuftraggeberInnen Aufträge nur noch in BIM modellierten Plänen akzeptieren können, weil die ach so schön und effizient Gebäude beschreiben und verwalten helfen. Problem dabei: nur eine Minderheit der PlanerInnen kennt BIM derzeit überhaupt. Große Planungsbüros jedoch schulen bereits ihre MitarbeiterInnen. Wenn BIM zur Norm wird, stimmt zwar vielleicht der Plan, nur: wer kann den liefern? Und: bei welchen Bauaufgaben ist BIM unabdingbar? Wer zahlt die Mehrkosten? Die Nutzer? Was bedeutet das für leistbare Gebäude? Hier wird ohne erkenntliche Not zusätzlicher Arbeitsaufwand auf den Schultern der PlanerInnen abgeladen, ohne dass die Folgekosten überprüft worden sind. Verdacht: planlos! (Und leider zu oft die Norm!)

Nominiert: Dr. Elisabeth Stampfl-Blaha, Direktorin von Austrian Standards

Praterschreck

von Blechlawine

Ein Parkhaus. 200 Meter die Ausstellungsstrasse entlang. Eine 4-geschossige werlose Barriere zwischen Ausstellungsstraße und Prater. Eine Kreuzung weiter, das immer leere Messeparkhaus.

Der Wurstlprater wird zum Parkhaus. Auf dem ehemaligem Areal der "Wieselburger Bierinsel" errichtete ein Konsortium (u.a. der unmittelbare Casino Nachbar und Nutznießer Novomatic) eine 4-geschossige Parkgarage entlang der Ausstellungsstraße. Statt Pratersichtung und Riesenrad, dominieren Spiralrampe und goldene Casinofront den Eingang zum Prater. 460 Stellplätze, gesponsert vom Casino. Die Ausstellungsstraße hat Ihren Wert verloren. Es wird nichts mehr ausgestellt; jegliche visuelle und gedankliche Erinnerung an den Prater und seine Weltausstellung sind dahin. Eine Garagenstraße. Der Maßstab sprengt den Raum, den Abschluss bildet ein Bürogebäude inmitten des Amusements. Das ohnehin nur mäßig frequentierte Messeparkhaus mit 1.400 Stellplätzen eine halbe Autominute entfernt wurde ignoriert. Die U2 in unmittelbarer Nähe ebenso. Es bleibt beim wertlosen Autoparken. Fotos googeln unter "pratergarage".

Nominiert: Pratergarage Errichtungs- und Betriebsgesellschaft m.b.H.

planlos vor Schönbrunn

von Sportsgeist

Vor Schönbrunn wird gerade die Sporthalle der Sportunion abgerissen. Grund: Sanierung zu teuer und Touristenbusse brauchen Platz!? Garage wird nun auch keine gebaut - ein Stadt planlos Paradebeispiel

Planlos 1: Das Wettbewerbsprojekt von vor elf Jahren für einen multifunktionalen Bau mit unterirdischer Busgarage wird ersatzlos verworfen.
Planlos 2: versprochene Ersatzflächen für die SportlerInnen gibt es keine, es gäbe ausreichend Sportflächen in Wien West.
Planlos 3: eine Busgarage wird weder unterirdisch noch oberirdisch - städtebaulich ohnehin mehr als bedenklich! - gebaut. das 21.000m2 große Grundstück soll oberflächlich gestaltet werden. Geht uns die Stadt verloren?

Nominiert: Stadt Wien und Betreibergesellschaft Schloss Schönbrunn

Turm schlägt Bauer

von Neid von Leiden

Urteile des Verwaltungsgerichtshofes führen die Wiener Bauordnung ad absurdum - Design by Neid...

Das "theoretische Baufenster", das sich aus den Bebauungsbestimmungen des Bebauungsplanes in Kombination mit der Wiener Bauordnung ergibt, ließe ArchitektInnen einen kleinen aber doch wesentlichen Spielraum in der Gestaltung von Baukörpern zur "Herbeiführung einer zeitgemäßen architektonischen Gestaltung" (c MA19). Leider hat der Verwaltungsgerichtshof (angeblich in einem Nachbarschaftsstreit) dem widersprochen und nun gilt die tatsächlich ausgeführte Gebäudehöhe als Messlatte mit der Folge, dass ALLE Gebäudefronten an der Baulinie die maximal mögliche Gebäudehöhe ausnutzen müssen, wenn man nicht große Einbußen bei den Nutzflächen in Kauf nimmt - und das leisten sich wohl nur wenige Auftraggeber. Auf der Strecke bleibt wieder mal die "lebendige Stadt", die ArchitektInnen könnten es wohl, sie dürfen aber nicht mehr...

Nominiert: Verwaltungsgerichtshof, Justizministerium Bundesministerin Beatrix Karl

ganzjährig granteln im gartl

von Armut von Ferenz

ohne sachliche Begründung werden nach und nach Gartensiedlungen für ganzjährig bewohnbar erklärt, ohne entsprechende Infrastruktur und den Regeln entsprechende Bebauung. Die Folgen sind absehbar...

Gartensiedlungen sind als temporärer Zugang zum vielgeliebten Grün oft an Orten entstanden, die einer normalen Widmung für Wohnbau keinesfalls zugänglich waren. Seit einigen Jahren werden diese eng bebauten und eigentlich der Selbstversorgung zugedachten Siedlungen für ganzjähriges Wohnen umgewidmet. Dies hat zur Folge, dass die Bebauung ohne entsprechende Infrastruktur, Bauabstände etc. mit z.T. hohen Investitionen extrem verdichtet wird und der Wert dieser Grundstücke extrem gesteigert wird, damit werden unwiderrufliche Fakten geschaffen. Teure Investitionen in Infrastruktur werden folgen müssen, grundstücksübergreifende Bebauungen von Bauträgern werden nonchalant "übersehen", die Zersiedelung von wertvollen Naturräumen wird festgeschrieben. Weitere Umwidmungen werden folgen (müssen)!

Nominiert: Bürgermeister der Stadt Wien Michael Häupl

Städteplanerischer Schwachsinn

von Leibnitzer

Im Zuge des Umbaus und der Erneuerung des Bahnhofs Leibnitz mußte die viel genutze Bahnübersetzung Bahnhofstraße/Retzhoferstraße durch eine Unterführung ersetzt werden.

Der Straßenverlauf dieser Unterführung wurde nicht wie sonst üblich an gleicher Stelle und gerade sondern um 200 m nach Süden versetzt in der Form eines „S“ mit je einem Kreisverkehr an beiden Enden errichtet. (Bilder vorher  / nachher ) Somit fiel die direkte Verbindung von einem Stadtteil und der angrenzenden Nachbargemeinde zum Stadtzentrum weg. Fachleute haben dies schon vor den Bauarbeiten als städtebauliches Verbrechen bezeichnet, was die verantwortlichen Politiker aber ignorierten. Hier wurde über die Köpfe der betroffenen Bevölkerung hinweg entschieden, wobei diese auch nicht vollständig informiert wurde. Es gab leider kein offenes Planungsverfahren, bei dem es verschiedene Varianten zur Auswahl gegeben hätte oder über Vorgaben bzgl. der Unterführung abgestimmt worden wäre.

Nominiert: Bürgermeister Kindermann und Leitenberger, NAbg. Muchitsch, Gemeinderat 2000-05 und 05-10, ÖBB-Infra

An die Natur anpassen - nicht willkommen!!!

von BetonMachtMachtlos

Seit 60 Jahren steht ein kleines Gartenhaus. Aufgrund der notwendigen Sanierungen wäre eine umweltfreundliche Jurte gedacht gewesen, da kein Beton für Fundament nötig und für Freiland besser geeignet.

Der Antrag der Jurte wurde zuerst abgelehnt, mit der Begründung "weil RUND und nicht eckig"... dann auf einmal weil es für das bestehende Gartenhaus keine schriftliche Genehmigung aus dem Jahre 1950 mehr gibt. Mündliche Zeitzeugen zählen nicht! Zweiter Antrag auf Feststellungsverfahren nach § 29 TBO 2011 wird ebenfalls vom zuständigen Bausachverständigen abgelehnt - Entscheidungsträger ist zwar der Bürgermeister, der vereinbarte Termine vermehrt nicht wahrnimmt, aber es folgt die Begründung "keine schriftliche Baugenehmigung von 1950". Beim Antrag geht es genau um solche Gebäude, wo es nichts Schriftliches gibt?! Es wird mit dem Abrissbescheid der 13 qm2 Holzhütte gedroht. Notwendige Sanierungsmaßnahmen oder Umgestaltung der Hütte bedeuten auf eigenes Risiko! Es lebe die Tiroler Bauordnung und die Freunderlwirtschaft in der Gemeinde, wo Beton & Geld regieren und jene Menschen, die entscheiden sollen, statt Verantwortung zu Dampfplauderen werden!

Nominiert: Der Bürgermeister und der zuständige Bausachverständige

Multiple Planlosigkeit

von Der Schwimmer

Jetzt, wieso das Stadthallenbad, wirst du dich fragen. Da kennst du den Schwimmer schlecht. Der hat seine eigene Theorie gehabt, wer da das Bad ausgeschüttet hat.

Ob du es glaubst, oder nicht. Wie der Schwimmer da so drüber nachgedacht hat, was das jetzt zu bedeuten hat, dass der Chef von der Stadthalle jetzt nicht mehr der Chef vom Bad ist, sondern jetzt die Wien Holding und welche Felle damit wem jetzt wegschwimmen, also da ist ihm der Dings eingefallen, wie der damals einfach gleich verschwunden war. Aber jetzt pass auf! Da hat er gleich gewusst, dass das Stadthallenbad der ideale Kandidat für diesen planlosen Preis ist. Nur Nachteil eben: es ist halt keiner allein gewesen, quasi multiple Planlosigkeit. Weil du darfst eins nicht vergessen, wer alles baden gegangen ist, damit da jetzt keiner schwimmen kann. Und dass es jetzt natürlich keiner gewesen ist, der damals nicht ganz dicht war. Oder eben zu dicht.

Nominiert: Mitschwimmer ohne reines Gewissen

Who is WU?

von Eiserne Ironie

Eine große Gefahr für den Architekturstandort Wien liefert die neue WU, wurde doch hier etwas realisiert, von dem in Architekturkreisen in Wien niemand zu träumen gewagt hatte.

Auch wenn der Verfahrensstart eigentlich eine Sackgasse war – auf der BUS-Spur ging es danach dennoch zielstrebig voran. Es ist völlig unerklärlich, wie „das um Normierung und Haftungsfragenklärung bemühte Korsett österreichischer Kleingeistbauordnungsbürokratie“ (Wojciech Czaja, Der Standard 21.9.2013)“ dieses Ergebnis ermöglichen konnte. Wir fürchten um eine verheerende Vorbildwirkung für ganz Wien! Ist das der BIG Bang? Was sagt das Who is Who der bürokratischen Bastionen? Was bedeutet das für zukünftige Planung an anderen Standorten? Die Sicherheit, dass so etwas in Wien niemals realisiert werden kann, ist verschwunden. Welche Visionen löst das bei PlanerInnen und Planern aus? Wie kann mit diesem tRAUMa umgegangen werden?

Nominiert: Leider, leider: Die positiv denkenden Ja-Sager!

Plan und Wirklichkeit

von Traumtänzerin

Die Koordinierungsabsichten des OIB Instituts gehen an der Wirklichkeit vorbei. PlanerInnen werden in Ihrer Arbeit durch Widersprüche nachhaltig behindert, Plan und Wirklichkeit liegen auseinander.

„Das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) ist die Koordinierungsplattform der österreichischen Bundesländer auf dem Gebiet des Bauwesens. Ausgangslage für seine Gründung war die Notwendigkeit, den hohen innerösterreichischen Koordinierungsbedarf auf effiziente und verwaltungsökonomisch sinnvolle Weise zu lösen.“
Sorry, hat leider nicht funktioniert. Dieser Schuss ging nach hinten los: Plan und Wirklichkeit liegen weit auseinander. Dass diese Koordination wirklich verwaltungsökonomisch sinnvoll ist, möchten wir auf Grund zahlreicher Diskussionen mit der Verwaltung und der dort spürbaren Verunsicherung bezweifeln. Durch die laufenden Änderungen der Reglementierungen kommt es zu Unsicherheiten - denn es gibt viele Regelungen, die Interpretationen erfordern. Den vielen PlanerInnen, die (allerdings gut koordiniert in allen Bundesländern!) in ihrer Arbeit behindert werden, ist diese Koordinierung in der täglichen Praxis kein hilfreiches Instrument.

Nominiert: Der Vorstand des OIB Instituts

kakophonie

von kalinichta

Neubau eines Medienzentrums für die Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien: Der Wettbewerbssieger wird nicht beauftragt.

Wettbewerb mit einem klaren und kompetenten Sieger, der Auslober beauftragt den Sieger nicht, angeblich, weil sich inzwischen das Raumprogramm geändert hätte. Tatsächlich dürfte es sich um geringfügige Änderungen gehandelt haben, abgesehen davon wäre auch eine größere Änderung kein Argument.

Nominiert: der Auslober, die BIG und der Nutzer, die Univ. f. Musik

der ÖFFENTLICH RECHTLICHE RUNDFUNK ist NICHT ÖFFENTLICH?

von grader michl

Der ORF hat zur Sanierung des Medienstandortes Küniglberg - eines der wichtigsten Gebäude der Österreichischen Nachkriegsmoderne - zwei gesonderte Verhandlungsverfahren ausgeschrieben.

Die Angebotsfrist in der Urlaubszeit (August) betrug nicht einmal einen Monat. (EU-Bekanntgabe 7.8.2013, Abgabe der Angebote bis 3.9.2013 – 12:00). Die geforderten Mindesteignungen zur Teilnahme sind dermaßen hoch, dass diese wohl von fast keinem österreichischem Büro erfüllt werden können. Trotz gegenteiliger Entscheidungen des BVA vertritt der ORF weiterhin die Meinung, KEIN öffentlicher Auftraggeber zu sein. Dieses Verfahren zur Sanierung eines Baudenkmales zeugt von einem fehlenden Verständnis für Bau- und Vergabekultur sowie Demokratie und Rechtsprechung.

Nominiert: ORF und der Verfasser der Ausschreibung Rechtsanwalt Dr. Claus Casati

demokratia

von kalinichta

Nationalratssaal Österreichisches Parlament Neugestaltung Wien: Sieger wird nicht beauftragt

Angeblich weil sich die Bauaufgabe geändert hat, wird der Sieger nicht beauftragt. Ein grober Vertrauensbruch ausgerechnet von der Legislative eines Rechtsstaates. Besonders widerlich: es wird ein weiteres, diesmal nicht-offenes Verfahren eingeleitet. Damit wird die Chance auf eine transparente, saubere Vorgangsweise verspielt und eine Institution, die es besonders nötig hätte, keinen Verdacht der Korruption aufkommen zu lassen, beschmutzt sich.

Nominiert: Parlamentsdirektion als Vertreter der Nutzer.

Schlumpfhausen - Containerhotel am Obernberger See

von Mama Schlumpf

Das Hotelprojekt am Obernberger See in Tirol, wurde diesen Juni in erster Instanz genehmigt. 14 Stahltanks für eine 40 Pax Bettenanlage sollen mitten im Naturschutzgebiet in die Erde gegraben werden.

http://www.obernbergersee-in-gefahr.at
Wieder einmal gehen die Behörden vor einem Unternehmer in die Knie und es werden wirtschaftliche Interessen und Tourismus höher gestellt als das allgemeine Interesse am Erhalt und sensiblen Umgang mit diesem Naturjuwel Tirols. Nicht nur aus Naturschutz- und geologischen Gründen ist das Projekt höchst umstritten, auch aus architektonischer Sicht ist es mehr als bedenklich. Statt bei einem Neubau auf einen geringen Fußabruck im Naturschtzgebiet zu achten, ist der Flächenbedarf enorm. Die sich an die Natur anbiedernde Erdbauweise verändert die Landschaft massiv und erinnert an schlecht gestaltete Computerspiellandschaften alias Sim City oder Zeichentrickarchitekturen. Die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck hat das Projekt im Sommer genehmigt, von qualitätssichernden Auflagen im Bereich der Architektur war nichst zu lesen. Die Auflagen für den Umweltschutz sind zu gering. Der Umweltanwalt hat Berufung eingelegt, auch Baukultur braucht einen Anwalt!

Nominiert: Die Bezirkshauptmanschaft Innsbruck, die den positiven Bescheid ausstellte.

Die verstaubte Verstaubox am Stauplatz

von Bussibär

An einem der prominentesten und exponiertesten Bauplätze Wiens wird etwas gebaut, das die Bezeichnung Containerhaus noch nicht einmal verdient hat.

http://www.myplace.at/uploads/tx_templavoila/margareten-1.jpg

Dieses Bild macht einem binnen einem Augenblick deutlich, was hier passiert ist - oder eben nicht passiert ist. Wenn man sich einen Platz suchen müsste, an dem sich: fehlende Baukultur, fehlender Anspruch der Öffentlichkeit an eine zumutbare Ästhetik, das Fehlen einer Erdgeschosszone oder gar das Fehlen überhaupt eines Zeichens, das in diesem 'Haus' Leben herrscht zu einem Amalgam der Unerträglichkeit vermengen, hier hat man ihn gefunden. Dass der Bauplatz an sich etwas wert wäre, merkt man, da ein direkt gegenüber liegendes Hotel es sich sogar leistet, David Chipperfield zu engagieren um zu einer angemessenen Lösung zu kommen. Ob hier ein Architekt je nur Hand an dieses Projekt gelegt hat ist zu bezweifeln.

Nominiert: SelfStorage Dein Lager LV GmbH + Geschäftsführer

Skylink

von Hödlmoser

Einer der schlechtesten Flughafenterminals der Welt

Dieser Terminal ist nicht geeignet, ein entspanntes Reiseerlebnis zu bieten und daher eine eindeutige Fehlplanung. Billige Oberflächen, enge Verkehrswege, unlesbare Leitsysteme, lange, klaustrophobische Gänge, schmutzige, schadhafte Service-und Gastronomieeinrichtungen und zu kleine Boardingzonen sind nur einige Mängel. Tausende Notleuchten, Panikbeschläge und Sicherheitsbeschilderungen, verwirren die Reisenden und sind unglaublich hässlich. Schräge Unterkanten von Rolltreppen im ohnehin viel zu engen Shopbereich laden zu Kopfverletzungen ein. Obwohl es weltweit sehr gute Flughäfen gibt, z.B. Bangkok oder Singapore, wurde es von BauherrInnenn und PlanerInnen nicht für notwendig befunden, diese zu studieren, und im Interesse der Fluggäste einen Terminal herzustellen, der für eine westliche Großstadt angemessen ist. Dass es in Europa allgemein üblich geworden ist, unqualifizierte Günstlinge als hochdotierte EntscheidungsträgerInnen auf Flughäfen einzusetzen, entschuldigt diese Fehlplanung nicht.

Nominiert: Dr. Erwin Pröll, Dr. Michael Häupl, Baumschlager Eberle

Inntalsperre

von sauermolch

7m ÖBB-Damm soll das Inntal queren

Nachdem gerade ein Unternehmer zwangsweise Saure Wiesen Baggerschaufel für Baggerschaufel versetzen musste, soll nun an gleicher Stelle ein 7m hoher und 20m breiter Damm quer über das gesamte Inntal bei Kundl/Tirol gezogen werden! Zweck: Anschluss für Müllwaggons an die Westbahnstrecke - man könnte doch auch den Müll gleich zum Verladebahnhof bringen, oder?

Nominiert: ÖBB-Planung, Gemeindeführung Kundl/Tirol

Planlos 2013

von Panlos2013, nein Danke!

schon 2011 war der Preis Planlos eine Blamage für die eigene Berufsgruppe!

bin weniger für einen Nominierung, viel mehr für die Einstellung dieses Wettbewerbs. Vielleicht sollte man stattdessen das Komitee für planlos2013 nominieren. War 2011 schon eine Blamage. Man könnte ja im Anschluss im Gartenbaukino wieder eine Planlosparty für Herrn M.F. veranstalten.

Nominiert: ig-architektur.at

Gebäudestatistik Stadt Wien

von Maja Lorbek

Fehlen der öffentlich verfügbaren Daten über den Gebäudebestand der Stadt Wien.
Stichworte: open data, Transparenz

Gegenwärtig, bzw. seit 2004, sind keine statistischen Daten der Stadt/Land Wien zu Gebäudebestand, Neufertigstellungen und Abbrüche verfügbar. Der Gebäudebestand ist eine so wichtige *öffentliche Ressource* - Wie kann es sein, dass man nicht weiß, was man hat, und was jährlich hinzu kommt bzw. was abbgebrochen wird? Ohne zu wissen, was man hat, kann man auch für den zukünftigen Bedarf schwer planen, das ist im wahrsten Sinne *planlos*. Daten über einen so wesentlichen Indikator wie der Gebäudebestand sollen auch für BürgerInnen, WissenschaftlerInnen und Interessierte zugänglich sein. In Sinne der Transparenz erfolgt diese Nominierung unter meinen Namen!

Nominiert: Stadt-Land Wien

sog. hauptbhf.wien

von nominierer3

Ein Bahnhof, der keiner ist.

Anstelle einer Ankunfts- und Empfangshalle wird eine Unterführung gebaut, die von nirgendwo nach nirgends führt, kein Raum, kein Ort, nix. Darüber ein unsägliches Blechgewürm, welches dem nichtvorhandenen Gebäude offenbar zur Zeichenhaftigkeit verhelfen soll, aber als solches nur ein schlechtes ist. Es will leicht sein, ist aber nur schwer, es will grazil sein, ist aber nurn plump. Eine Stadt, die 20 Jahre zu spät darauf kommt, dass es im Osten auch NachbarInnn gibt, findet nicht die kulturelle Kraft für ein entsprechendes begrüßendes und verabschiedendes Statement.

Nominiert: ÖBB, Stadt Wien

flughafen innsbruck

von nominierer2

Endlose Pemperei von An- und Zubauten, alles durch Stückelungen durch Direktvergabe

Ein ursprünglich anständiges Gebäude aus den 60ern des letzten Jahrhunderts wird nahezu systematisch, in Wirklichkeit aber durch Dummheit zerstört. Absurde, hässliche Anbauten, die die Nutzung teilweise verschlechtern (Blick auf Taxistand und Runway vom Restaurant aus), ein unsägliches Parkhaus mit unsäglicher Vebindung, Materialwahl, einfach alles...

Nominiert: Flughafen Innsbruck

anbau flughafen schwechat

von nominierer

Flughafenerweiterung mit bekannten Holprigkeiten.
Ein ursprünglich guter Entwurf wird systematisch versemmelt.

Erstem Anschein nach trotz aller Verplanungen eventuell noch akzeptabel, wird das Gebäude mit jeder Nutzung zum Ärgernis, daher Nominierung erst nach schlechter Nutzungserfahrung: absurde Wegführungen, miserabelste Materialien, eng, dunkel, absolut absurde Anbindung zu anderen nicht Star Alliance Flughafenbereichen.

Nominiert: Vorstand Flughafen der Bauzeit, insbes. Kaufmann.

koop chaos

von public investor

planlos geführtes kooperatives Verfahren, das die wesentlichen Fragen nicht geklärt hat...

Das kooperative Verfahren Intercontinental/Eislaufverein in Wien wurde zwar mit großem Aufgebot von maßgeblichen ExpertInnen - in mehreren Teams gebündelt - der Wichtigkeit der Aufgabe entsprechend durchgeführt. Die Prozesssteuerung hat es aber leider verabsäumt, die wesentlichen Fragen dieser Projektphase einer eindeutigen Klärung zuzuführen: Abriss Hotel Intercontinental oder Erhaltung? Wie hoch darf in der Sichtschneise des Weltkulturerbes gebaut werden? Wieviel Kubatur verträgt dieser Ort? Das soll nun von weiteren ArchitektInnen in einem mehrstufigen Wettbewerb geklärt werden! Wohl eher eine Lotterie für die TeilnehmerInnen!

Nominiert: an die 50 ExpertInnen...

big ganz klein

von callas

Widerruf des Wettbewerbs für das Medienzentrum der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien

Wettbewerb Musikuni Wien, Sieger Architekten Pichler und Traupmann. Ein Jahr nach dem Wettbewerb wird statt einer Beauftragung der Sieger zur Weiterbearbeitung der Wettbewerb wegen "Änderungen" im Anforderungsprofil der NutzerInnen aus heiterem Himmel widerrufen. ca. 86 TeilnehmerInnen schauen durch die Finger! Was sich so krass geändert hat, kann oder will die BIG nicht klar sagen...

Nominiert: BIG - GF DI Wolfgang Gleissner, GF DI Hans-Peter Weiss

BG Eisenstadt

von desolation row

Ein Wettbewerb muß aufgrund eines Verfahrensfehlers widerrufen werden. Geschädigte Architekturbüros müssen Schadensersatzklage einbringen, da Auslober der Meinung ist, es sei kein Schaden entstanden.

Im Wettbewerb 2010 wird die Arbeit eines Architekturbüros nicht vorgeprüft und nicht der Jury vorgelegt, da behauptet wird, der Verfasserbrief sei der Arbeit nicht beigelegen. Versuche seitens der ArchitektInnen, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen scheitern. Das betroffene Büro bekämpft diese Entscheidung und wird darin vom Bundesvergabesenat als auch vom Verwaltungsgerichtshof bestätigt. Der Auslober widerruft den Wettbewerb, zahlt keine Preisgelder aus, vergibt jedoch den Auftrag an das Büro, das den Wettbewerb gewonnen hat. Weitere Versuche der Geschädigten einen Vergleich bezüglich des erlittenen Schadens zu erzielen scheitern. Der Auslober BIG geht davon aus, daß sich kleine Büros über eine Schadenersatzklage nicht drüber trauen. Zwei Büros bringen Schadenersatzklage ein. In der Klagsbeantwortung wird bestritten, dass überhaupt ein Schaden entstanden ist. Entscheidungen in den zivilrechtlichen Klagen sowie im Verwaltungsverfahren bezgl. der Vergabe sind ausständig.

Nominiert: Bundesimmobiliengesellschaft, Geschäftsführung DI Gleissner, Rechtsabteilung Mag. Weingrill